Terminhinweise

Mittwoch, den 25. September 2013 … um 18.30 Uhr
Peperoncino Tasting-Menü, in Hamburg

Mit Thomas Sampl, dem Küchenchef des Restaurants Vlet in der Speicherstadt und dem ausgewiesenen Peperoncini-Spezialisten Italiens, Professor Massimo Biagi von der Universität Pisa und Leiter der Pflanzenzucht- und Versuchseinrichtung der Accademia Italiana del Peperoncino mit Sitz in Diamante/Calabrien sind die kulinarische und fachliche Qualität und Unterhaltsamkeit des Abends garantiert und für Norddeutsche wird das Thema und damit die Veranstaltung sicher etwas Besonderes sein.

Um die Neugier auf die Chilikultur und der damit verbundenen individuellen kulinarischen Experimentierlust breiten Raum zu geben wird das Menü an drei vielfältig ausgestatteten Buffetstationen angerichtet und an einer weiteren gesondert die ebenfalls zubereiteten Chili- bzw. Peperoncini-Ingredienzien in den Schärfegraden von PIK 1 bis PIK 10 (der höchsten Schärfestufe) zur eigenen Kombination mit den Speisen. Es beraten sie dabei Conrad Bölicke (arteFakt) und Peer-Oliver Görke (PepperPark). So können sich Ungeübte langsam herantasten und Geübte sogleich die Schärfetonleiter hinaufklettern. Wir folgen damit mehr einem hohen kulinarischen Anspruch als einem Wettbewerb, wer am schärfsten essen kann.

Wer sich von dem Abend begeistern lässt, sollte dann die über 250 umfassende Peperoncino-Sortenschau von Massimo Biagi im Rahmen des Apfel & Erdapfeltages am darauf folgenden Sonntag in Wilstedt nicht versäumen.

Speisekarte: hier klicken Ort: Speicherboden, 20457 Hamburg, Kehrwieder 2-3, Block D Preis: Menü, inklusive Getränken, 53,00 Euro pro Person Anmeldung: Email: service@artefakt.eu oder Telefon 04283.981317, Anmeldungen erlangen ihre Gültigkeit erst nach Überweisung des Menüpreises. Veranstalter: arteFakt in Kooperation mit dem Restaurant Vlet, der Norddeutschen Gesellschaft zur Förderung der Chilikultur (NGFC) und dem PepperPark in Achim

Achtung: Terminänderung

Donnerstag, den 26. September 2013 … um 18.30 Uhr

4-Gänge Peperoncino Tasting-Menü mit 10 Speisen, in Bremen

Mit Jürgen Lonius, dem Inhaber und Küchenchef des Restaurants Presse Bar Cuisine in der Bremer Innenstadt haben wir schon mehrfach sehr schöne Olivenöl-Tastings durchgeführt und freuen uns, dass er sich auch mit großer Freude an die Peperoncini heran wagt. Anders als bei der Veranstaltung am Tag zuvor in Hamburg wird Jürgen Lonius seine Tasting-Gänge am Tisch servieren, auf dem Teller wird es dabei gleichfalls abwechslungsreich und kreativ zugehen. Die Steigerung der Chilischärfen von PIK 1 bis PIK 10 wird ab PIK 5 als begleitende Beigabe angeboten, um die individuelle Wahl der Schärfen frei zu geben.

Unser Gast, der ausgewiesene Peperoncini-Spezialisten Italiens, Professor Massimo Biagi von der Universität Pisa und Leiter der Pflanzenzucht- und Versuchseinrichtung der Accademia Italiana del Peperoncino mit Sitz in Diamante/ Calabrien wird die unterhaltsame und fachliche Führung durch den Abend übernehmen, so wird neben der Kulinarik auch manch Lehrreiches geboten werden.

Jürgen Lonius wird mit seiner Küchencrew für das Tasting zehn Speisen in vier Gängen servieren. Auf dem Teller wird es dabei verspielt und temperamentvoll zugehen, dabei nicht nur pikant sondern auch gut gewürzt, international und modern.  Zehn Speisen werden es, um im Tasting auch alle zehn Schärfegrade (PIK) probieren zu können, wobei die Speisen selbst nur bis zur pikanten Schärfe (PIK 4) zubereitet werden. Darüber hinaus werden zu den Speisen Ingredienzien bzw. Zubereitungen gereicht, mit denen die Tonleiter der Schärfe individuell weiter hinaufgeklettert werden kann.

Auf der Speiskarte werden im 1. Gang  drei gefüllte Gemüse serviert, im 2. Gang die Themen Pasta, Polenta und Risotto variiert, im 3. Gang Meeresfrüchte, Fisch und Fleisch und den Abschluss bildet ein Dessert zu dem alle der zehn Schärfestufen passen würden. Das Essen wird Lassis begleitet und den Abschluss bildet ein Obstbrandwein. Die Schärfen lassen sich gut durch Milchfett oder Alkohol neutralisieren, da sich Capsaicin, anders als in Wasser, darin gut löst. Capsaicin ist der Wirkstoff, der in der Peperoncino oder Chili für den Schärfereiz und weitere segensreiche Eigenschaften  verantwortlich ist, darüber wird uns Prof. Biagi an dem Abend berichten.

Ort: Presse Bar Cuisine, 28195 Bremen,Langenstraße 31

Preis: Menü, inklusive Getränken, 49,90 Euro pro Person

Anmeldung: Email: service@artefakt.eu oder Telefon: 04283.981317

Anmeldungen erlangen ihre Gültigkeit erst nach Überweisung des Menüpreises, die Zahl der Plätze ist mit 30 begrenzt.

Veranstalter: arteFakt in Kooperation mit dem Restaurant Presse Bar Cuisine, der Norddeutschen Gesellschaft zur Förderung der Chilikultur (NGFC) und dem PepperPark in Achim

Sonntag, den 29. September 2013 … von 11 – 17.00 Uhr
Apfel & Erdapfel in Wilstedt, das etwas andere Ernte Dank Fest

und in diesem Rahmen auch das Peperoncino-Festival der Norddeutschen Gesellschaft zur Förderung der Chilikultur (NGFC) 

Der September ist auch die Erntezeit der Peroncino. Mit dem Peperoncino-Festival wollen wir die Vielfalt und -zahl der Früchte und der damit verbundenen Formen- und Farbenpracht zur Geltung bringen. Prof. Massimo Biagi wird mit 150 verschiedenen Peroncino-Sorten anreisen und die gewohnt bunte Vielfalt des Erntefestes Apfel & Erdapfel ergänzen.

Der Eintrittspreis beträgt 4,- Euro, ermäßigt 2,- Euro.

Große Resonanz beim Chilimenü im “Fillet of Soul – Hamburg”

Am kommenden Donnerstag, den 11.10.12, ist es wieder soweit… die Norddeutsche Gesellschaft zur Förderung der Chilikultur (eine Gründungsinidiative von Artefakt und Pepperpark/Pepperworld Hot Shop)ist wieder bei tollen Gastronomen vor Ort!

Ab 19.00 Uhr wird es “heiß” in der Küche von Patrick Gebhardt… :)

7 Gänge Peperoncino Menü bei Patrick Gebhardt

Das feurige moderierte 7-Gänge-Peperoncino-Menü wird uns folgendermaßen die Sinne anheizen:

  • Geröstetes Fillet of Soul Brot mit Ricotta & Crema Mediterranea dall’Accademia Italiana del Peperoncino
  • DER F.O.S-Scampilolli mit Mango-Chilisalsa, Koriander & frischer Kokosnuss
  • Linguini *Puttanesca* mit Tomate, Sardelle, Kapern, Ligurischen Oliven, pecorino und Dynamite dall’Accademia Italiana del Peperoncino
  • Kabeljau mit Aprikosen-Ingwer-Glasur, Vanille-Steckrüben & Pimentón de la Vera-Öl
  • Rosa gebratene US Short Rib mit *West of Texas Smoky BBQ-Sauce*, Polenta-Fritter’s, Maiskolben & Caesar’s Alibi Salad
  • Schokoladen-Orangenmalheur mit Amore Picante-Sabayone und Popkorn-Chilieis
  • Zum Café: Hausgebackener, gerösteter Brioche mit Piccante al Cioccolato

Ein feurig schöner Abend, abseits von Schärferekorden, steht uns bevor. Denn eins ist uns natürlich immer wichtig: der Geschmack muss stimmen! Und das dies genauso ist, dafür steht das Fillet of Soul mit seinem Namen… Chiligenuß mit Leib und Seele! :)

Veranstaltungsort:
Restaurant Fillet of Soul
Deichtorstr. 2
20095 Hamburg

Fon: 0 40/70 70 58 00
Homepage: http://www.fillet-of-soul.de

Pepperworld Hot Shop “LIVE” beim Kräuterbasar am “Haus am Walde”

Auf dem 2. Kräuterbasar, der im letzten Jahr erstmals vom Restaurant/Bistro Haus am Walde veranstaltet wurde, können auch in diesem Jahr wieder viele neue Entdeckungen aus der Welt der Kräuter- und Duftpflanzen gemacht werden. In angeschlossenen Garten des Veranstalters (Kuhgrabenweg, Bremen) regen entsprechend unbekannte Kräuter- und Duftpflanzen die Sinne an. Besucher der Veranstaltung können sich einen ganzen Nachmittag darüber informieren, welche Blütenblätter essbar sind und was aus Pflanzen alles gezaubert werden kann.

In diesem Jahr mit dabei das Team vom Pepperpark / Pepperworld Hot Shop. Am Tisch der Chiliprofis aus dem Bremer Umland können sich Interessierte intensiv über das Thema Chilianbau, Chiliaufzucht, deren Verarbeitungsformen sowie Chiligewürze informieren und ausprobieren.

Der Kräuterbasar findet im Rahmen des 10. Gartenkultur-Musikfestivals 2012 statt. Initiator des GKMF ist der Kommunalverbund Niedersachsen Bremen e.V. (http://www.gartenkultur-musikfestival.de).

Der 2. Kräuterbasar im Garten vom Haus am Walde findet am 26.08.2012 von 12.00 – 18.00 Uhr statt.

Veranstaltungsort:
Haus am Walde Bremen

Kuhgrabenweg 2
28359 Bremen
+49 421 212765

 

Eine Reise nach Diamante

Es reisten Conrad Bölicke von der arteFakt-Olivenölkampagne mit Klaus Haase, Dolmetscher und Reiseleiter der arteFakt Reisen zu den Oliven nach Apulien, Calabrien und Sizilien (www.klaushaase.eu).

Klaus Haase ist der Erzähler:

Es ist früh im September; Conrad wird morgen früh, Montag, mit seinem Mercedes-Transporter nach Konstanz kommen, um elf soll ich mich bereit halten. Es ist elf, ich steige in das geräumige Gefährt, das voll beladen ist: das ist die halbe Wilstedter Küche, da sind Kisten, Kartons, nur vorn gibt es zwei Sitze. „Wir müssen diesmal die Schweizer in Kenntnis setzen, dass wir sie mit dieser Ladung passieren“, sagt Conrad, doch wenig später gibt es Schwierigkeiten am Kreuzlinger Zoll. „Sie lassen uns so nicht durch,“ berichtet er, als er aus den Büros zurückkommt, “es ginge auf privater Ebene mit Speditionen, das ist mir aber zu teuer.“

„Also Österreich,“ sage ich und wir drehen auf dem Hauptzollgelände und fahren nach Konstanz zurück. Das kostet uns hundert Kilometer mehr, wissen wir und lassen das Auto auf die Fähre nach Meersburg rollen. Wir nehmen die Bodensee-Norduferroute nach Bregenz, tauchen im gotthardverdächtig langen Pfändertunnel unter und befinden uns bald am Arlberg. „Jetzt nach Innsbruck, dann am Gardasee runter nach Verona, Mantova und wir sind wieder auf unserer Strecke,“ sage ich. „Der Navi sagt, wir sind gegen Mitternacht in Minervino,“ sagt Conrad, “ falls wir weniger schnell vorwärts kommen, übernachten wir unterwegs und fahren dann morgen früh um sechs los; um zehn können wir in Minervino sein, das reicht.“

Um neun – wir sind in den Marken südlich Ancona - verlassen wir die Autobahn bei Loreto/Porto Recanati; in der Po-Ebene war ein Gewitter herunter gekommen, vermutlich gewaltig herbeigesehnt nach vier Monaten ohne Regen. Natürlich entscheiden wir uns für das Meer, für Porto Recanati und gegen den Wallfahrtsort Loreto; dort war ich zweimal mit deutschen Touristengruppen, die – im Unterschied zu den herbeiströmenden Pilgern aus aller Welt – die Wahrscheinlichkeit, dass das Haus Mariä nach dem Ende der Kreuzfahrerstaaten im Nahen Osten (1291) von Engeln über das Meer auf den italienischen Stiefel transportiert worden sei, für verschwindend gering hielten.

Wieder am Meer; ich spaziere nach dem Essen am lungomare entlang; ein Badeort, dieses Porto Recanati, das den Ansturm der Besucher gerade hinter sich hat und nun seine Tore schließt.

Pescara, der Gran Sasso, ein winziges Stück Molise, das sich wahrscheinlich zu seinem Nachteil in den Siebzigern von den Abruzzen abgespalten hat. Dann Apulien, San Severo, links der Gargano und rechts die petersdomähnliche Kuppel von Cerignola. Hier kaufen wir die Bella di Cerignola, vorzügliche Tafeloliven, die Conrad für seine Löffelmenüs braucht, die er mit Pietro Carlone, dem Küchenchef und Peperoncino-Fan aus der Cantina Brandi in Minervino, ausgeheckt hat.

Gegen Mittag erreichen wir Minervino Murge, wir nehmen den Weg zur Cooperative DeDeo, vor uns auf der rechten Seite ein Fußgänger, das ist doch … „Ciao Antonio,“ rufen wir aus dem Auto,“ was ist los, zu Fuß?“ Wir begrüßen ihn, er erzählt, sein Arzt habe ihm empfohlen, sich nach dem Unfall mehr zu bewegen. „Mein Blutdruck liegt bei hundertachtzig,“ sagt er, als wir gemeinsam das Büro des presidente betreten, der nicht mehr Michele, sondern Mauro heißt; Michele konnte nach zwei Legislaturen nicht mehr kandidieren. Wir vereinbaren mit Mauro, dass zwei DeDeo-Mitglieder, Francesco und Arcangelo (der Erzengel) morgen zu uns nach Diamante kommen; dreieinhalb Stunden Fahrt bis zur tyrrhenischen Zedernküste.

Die Riviera dei Cedri ist ein besonders schöner Küstenabschnitt im Nordwesten Kalabriens, der sich über etwa 70 Kilometer zwischen Tortora und Paola erstreckt. Urlaubern bietet dieser Teil des Tyrrhenischen Meeres vor allem zahlreiche beliebte Badeorte mit endlosen Stränden. Viele der kleinen Städte bestechen zudem durch charmante Altstadtkerne. Die Zedernküste verdankt ihren Namen nicht etwa dem Kieferngewächs der Zedern, sondern der Zitronatzitrone, die hier in 26 Dörfern entlang der tyrrhenischen Küste angebaut wird.

Für die Juden hat diese Frucht eine ganz besondere Bedeutung: sie ist unerlässlicher Bestandteil des jüdischen Laubhüttenfests, dass zum Abschluss der Erntesaison im September/Oktober gefeiert wird. Zu diesem Zweck kommen Jahr für Jahr im August zahlreiche Rabbiner an Kalabriens Zedernküste, um die schönsten und reinsten Exemplare auszusuchen, was dadurch erschwert wird, dass viele der Zedernbäume zu Beginn des 20. Jh. mit dem wilden Apfelsinenbaum gekreuzt wurden, die Rabbiner aber nur an den ursprünglichen, ungekreuzten Früchten interessiert sind. Die nach mühsamer Prüfung ausgewählten Früchte werden dann in noch unreifem Zustand an die jüdischen Gemeinden in der ganzen Welt verschickt.

Bitonto

Wir sind mit den Bitontiner Urgesteinen Franco und Nicoletta verabredet; leider sind wir mal wieder unpünktlich, ungewollt tragen wir zum endgültigen Zusammenbruch der These (und Realität) bei, dass der Deutsche – im Gegensatz zum durchschnittlichen Italiener – die Pünktlichkeit liebe und praktiziere. „Man kann sich ja auf nichts mehr verlassen“, empfängt uns der pensionierte Ortspolizist der Polizia Municipale, nicht mal mehr auf die Deutschen“.

„Entschuldigt vielmals“, sagt Conrad, „es ging nicht eher. Aber wie ich sehe, seid ihr startbereit, wir fahren dann mit zwei Autos, das rechnen wir später ab.“
„Wollt ihr über die Autobahn fahren?“ fragt Nicoletta, die eine Grundschullehrerausbildung hat, doch nie vor Schülern in einer Klasse stand. „Ja, ist doch das beste,“ sagt Conrad.

Wir lösen das Eintrittsbillet zur autostrada und brausen hinter Franco her, der FIAT den Laufpass gegeben hat und jetzt ein südkoreanisches Gefährt erworben hat. Bari, das Fußballstadion S. Nicola, von Renzo Piano konzipiert, sehen wir bald zur Linken.

Taranto liegt bald vor uns, wir nehmen eine Zufahrtstraße und haben bald die Bundesstraße 106 erreicht. „Hat der Franco ein Navi? Er fährt so zielstrebig und seines Weges so sicher.“ „ Keine Ahnung, bleiben wir mal hinter ihm.“

Wir haben Sibari, das berühmte, vor zweitausendfünfhundert Jahren superreiche Sybaris, links liegen gelassen, die Sonne steht uns im Gesicht. „Jetzt noch die Bergkette, dann sind wir da und können unser Lieblingslied anstimmen“, sage ich. (Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt …)

Wir überqueren die autostrada Salerno-Reggio Calabria. Franco hält an, steigt aus, kommt zu uns. Ich schaue auf die Karte. „Hier ist eine kleinere, manchmal sehr kurvige Straße,“ sage ich, „die direkt fünf Kilometer südlich von Diamante ans Meer führt, die können wir nehmen.“ Das Wetter ist gut, nicht zu heiß, wir wollen die Landschaft genießen.

„Das ist ein albanischer Ort,“ ruft Conrad, „mit der Arberesh-Schrift auf dem Ortsschild.“ Wir passieren einige dieser versteckten, malerisch in der bewaldeten Bergwelt des Monte Pollino gelegenen Orte, deren Vorfahren nach der Eroberung Konstantinopels 1453 durch Mehmet den Zweiten nach Westen geflohen waren. Lungro, Firmo, AcquaformosaSan Sosti, wo uns ein kilometerlanger Markt die Durchfahrt erschwert, sind albanischen Ursprungs.

Es wird dunkel und wir legen im Rennradtempo die Kilometer zurück. „Belvedere noch 39 Kilometer,“ sage ich, „da brauchen wir noch mehr als eine Stunde.“ „Ist Franco noch hinter uns,“ frage ich hin und wieder; manchmal warten wir, bis wir die Scheinwerfer seines Autos hinter uns sehen, denn außer uns ist hier niemand weit und breit.

„Wir sind durch,“ ruft Conrad, als wir das hellerleuchtete Belvedere auf einem Bergrücken unter uns erblicken; ganz hinten ist das Meer zu erahnen, bald sind wir da. „Wie heißt die Pension?“ „Il cometa“, antworte ich, „hinter dem Ort auf einer Anhöhe gelegen.“ Ich rufe an, man gibt mir eine Beschreibung; wir fahren die Serpentinenstraße hoch, ich telefoniere noch einmal, wir kommen an. Wir haben eine Verabredung mit Conrads Freunden, die zum Peperoncino-Festival nach Diamante gekommen sind und eine Stunde später treffen wir sie in einem Ristorante am Meer.

Am nächsten Nachmittag treffen Francesco und Arcangelo im Hotel ein; am Vormittag hatten wir unsere Stände gesucht, die wir mit Enzo Monaco, dem spiritus rector und Begründer des Festivals, vereinbart hatten: beide sollten auf der sponda destra, der rechten Seite des CorvinoFlüßchens nahe am Altstadtkern stehen; der eine auf dem Platz, der andere, kleinere, befindet sich inmitten eines großen, weißen Festzeltes, das ein Dutzend Nationen und ihre Produkte beherbergen soll und mit einem stolzen Titel versehen ist, der über dem Eingang prangt: Weltmesse der Chilischote, FIERA MONDIALE DEL PEPERONCINO.

„Ihr seid Erzeuger und wollt eure Produkte verkaufen,“ sagt Conrad zu den beiden DeDeo-Mitarbeitern, als wir den Nachmittags-Caffé zu uns nehmen, „ich stehe an eurer Seite und mache die Verkostung. Ich biete vier kleine Menüs an, die Leute können dann entscheiden, welchen Schärfegrad sie haben wollen: PIC 2 spürst du kaum, PIC 5 schon eher und PIC 8 ist die höchste Schärfestufe. Unsere Stände sind verbunden: die Menschen kommen, probieren und ich schicke sie dann zu euch, wo sie unser Bio-Olivenöl mit Peperoncino erwerben können. Vergesst nicht zu sagen, dass dies eine einzigartige Kombination ist: zwei Bio-Naturprodukte, die gemeinsam in der Ölmühle verarbeitet werden. Nicht wie herkömmlich, wo dem Olivenöl getrockneter Peperoncino-Extrakt hinzugefügt wird. Die sind nur noch scharf, haben keinerlei Aromen mehr; das ist, wie eine Leiche ins Öl legen.

„Unser Olivenöl hat frische Peperoncino-Früchte“ fährt er fort, “da kommt es nicht so sehr auf scharf – weniger scharf – sehr scharf an, sondern auf die Fülle der aromatischen Stoffe, die die Frucht in sich trägt. Wir müssen wegkommen von der Schärfe; im Olivenöl schmeckst du die frische Frucht.“

Wir bauen auf, außer dem jugendlichen Platzwart ist keiner da. Wir treffen Arnaldo, den Vize der Accademia del Peperoncino; er betreut eine Gruppe französischer Basken, die mit uns im Hotel wohnen.“Arnaldo, sind wir die einzigen hier?“ „ Nein, nein, nur Geduld“ antwortet er; „wir haben übrigens auch Hostessen, die den Verkauf im Festzelt unterstützen.“

Die ersten Besucher kommen; ich stehe an meinem Stand, an dem die deutsche Fahne hängt und unübersehbar GERMANIA auf die Rückwand geschrieben steht; da kommt meine Hostess. Eine große junge Frau wie die anderen, um die einsachtzig groß, in ein dunkelblaues Kostüm gezwängt und auf zehn Zentimeter hohen high heels navigierend. Mi chiamo Beatrice, stellt sie sich vor, Franco und ich schütteln ihr die Hand. Alle Hostessen kommen aus Cosenza, der nahen Universitätsstadt; alle gehören zu einer Agentur. Meine ist studierte Geologin und als einzige blond. (Blond ist in Italien meist nicht naturblond, sondern getönt oder gefärbt). Natürlich spreche ich sie auch auf Dante Alighieri an; sie winkt ab, das hat sie tausendmal gehört. (Dantes geliebte Beatrice begleitet die Leser durch die Divina Commedia, die Göttliche Komödie.)

Bei Conrad stehen jetzt viele Leute; das geht in Wellen. Bei ihm steht Nicoletta, die die gewünschten Menüs in winzig kleinen Kunststoffbechern reicht. Alle sind sehr angetan, manche begeistert; du siehst, wie sie die Gesamtköstlichkeit auf wenigen Quadratzentimetern genießen.

Ich schaue auf die andere Uferseite: da stehen und drängen sich die Menschen; die zur Stadt weisende Freitreppe ist überfüllt. Bei uns ist es übersichtlich; von Enzo erfahren wir später, dass unsere Flussseite noch im letzten Jahr nicht zum Fest gehörte, auch der internationale Pavillon sei neu. Das Publikum müsse sich erst daran gewöhnen, meint er. Um Mitternacht endet das Festival offiziell, wir packen die Ausrüstung in den Kleinbus; Tische und Erzeugnisse bleiben, es gibt ja Eugenio, der aufpasst.

„Noch einen Limoncello?“ fragt mich Conrad, als wir im Pianeta ankommen. Es ist ein Uhr. „Ja sicher, antworte ich, „gehen wir nach oben, mal sehn, ob noch jemand da ist.“ Antonio, so heißt unser Gastgeber, finden wir an der Rezeption. Seit sechs Jahren führt er zusammen mit seiner neapolitanischen Frau Rosanna das Hotel. Von den drei Kindern lernen wir das jüngste kennen, ein Mädchen von vierzehn Jahren, das in den dreimonatigen Schulferien mit anpackt.

„Zwei Cedernliköre bitte,“ sage ich und er gießt die limoncelloähnliche Flüssigkeit in zwei bereitgestellte Gläschen. „Ich stamme aus Diamante, manchmal besuche auch ich das Festival, wenn Besucher kommen; aber nicht am Wochenende, da ist es mir zu voll.“ „Gute Nacht, ich geh,“ sagt Conrad und auch ich wünsche wenig später eine buona notte und gehe schlafen.

2.Tag

Die Jungs sind gestern abend noch einmal zurück nach Diamante gefahren, um etwas zu essen; ich hatte am Abend ein mit Tomaten, Salat und einer salsiccia (Bratwurst) belegtes Brötchen gegessen, auf der anderen Seite des Flusses gibt es viele solcher Stände; einen Augenblick habe ich auch den Klängen eines Sängers und Gitarristen gelauscht, der neapolitanische Lieder vortrug.

Nach dem Frühstück fahre ich mit Francesco und Arcangelo ins Städtchen hinunter; wir wollen Brot kaufen und einen Bummel durch die Altstadt machen. Diamante ist nicht nur berühmt für das Peperoncino-Festival, das im zwanzigsten Jahr stattfindet. Zu seinem Ruhm gelangte das kleine Städtchen durch die unzähligen Murales, die an den Häuserwänden und Mauern der Altstadt angebrachten Malereien, die zum ersten Mal im Sommer 1981 von einer Gruppe von Künstlern angefertigt wurden. In ganz Italien gibt es, über die Regionen verteilt, einige Dörfer und kleine Städte, die solch bunte, bemalte Hauswände haben.

Unser Spaziergang durch die Altstadt wird somit zu einem Bummel durch ein riesiges Freiluftmuseum, an jeder Häuserecke gibt es neue Kunstwerke zu entdecken. „Wie in Minervino in der scesciola-Altstadt,“ sagt Francesco, und weist auf ein enorm schmales Gässchen, vor dessen Durchschreiten eine durchschnittliche US-amerikanische Touristengruppe große, vielleicht unlösbare Probleme bekäme.

Zur Gründung der Accademia del Peperoncino gibt es eine kleine Geschichte. Vor zwanzig Jahren feierte man in Genua die FünfhundertJahrfeier der Entdeckung Amerikas durch den Bürgersohn Christopher Kolumbus. Es wurden viele Teilaspekte der Amerikareisen behandelt, die Chilischote, die Kolumbus mitbrachte, aber nicht. Enzo Monaco regte daraufhin in einem Brief an die Genueser Stadtverwaltung an, man möge auch vom Peperoncino berichten; er bekam keine Antwort. So setzte man sich im Freundeskreis zusammen und gründete die Accademia. In jedem September sollte ein Festival in Diamante stattfinden, das dem Peperoncino gewidmet sei, in dessen Rahmen zahlreiche Ausstellungen und kulturelle Vorführungen stattfinden und der Peperoncino in allen Variationen feilgeboten wird.

Wir schreiten den lungomare entlang, das Herzstück der Stadt und auch der Veranstaltung. Es sind fast zwei Kilometer, du hast auf der rechten Seite immer den Blick aufs Meer. Die Tage werden jetzt sonniger und heißer, so kündigen es die previsioni del tempo, die Wettervorhersagen, an. Franco und Nicoletta haben die Einladung der Freundesgruppe angenommen, das von der Accademia iniziierte Peperoncino-Museum in Maiera zu besuchen. – Später erfahren wir, dass es geschlossen war; man müsse vorher Bescheid sagen – Vielleicht komme ich in diesen Tagen auch nach Guardia Piemontese, denke ich vor mich hin …

„Ciao, Klaus,“ ruft jemand. Ich drehe mich um. Es ist Giuseppe, der in S. Maria del Cedro ein Geschäft hat, das ausschließlich Produkte auf Peperoncinobasis erzeugt und verkauft. „Ciao Giuseppe, wo stehst du denn?“ „Hier,“ und er deutet auf seinen Stand. „Tut mir leid, ich habe im Augenblick keine Zeit, non ho tempo, ich muss weiter, ciao,“  und schon ist er verschwunden.

Ich kehre zu meinen Gedanken zurück. Guardia Piemontese, ein wenige Kilometer von der Zedernküste ins Landesinnere versetzter Ort verdankt seinen Namen den zahlreichen Waldensern, die sich hier seit dem 12. Jh. als Glaubensflüchtlinge zum Schutz vor der Inquisition aus dem norditalienisch-französischen Piemont ansiedelten. Zunächst lebten sie unbehelligt und friedvoll, doch nachdem sie sich im 16. Jh. der Reformationsbewegung angeschlossen hatten, wurden auch sie gnadenlos verfolgt und diese von der katholischen Kirche ausdrücklich gebilligte Verfolgung führte dazu, dass 1561 innerhalb von elf Tagen rund zweitausend Waldenser auf grausamste Weise ermordet – geköpft und gevierteilt – wurden. An die Überlebenden erinnert noch der ausschließlich hier gesprochene provenzalische Dialekt, an den Massenmord die Porta del Sangue, das Stadttor des Blutes, durch welches das Blut der Ermordeten geflossen sein soll.

Heute abend ist Conrad auf der Piazza S. Biagio zu einem Podiumsgespräch eingeladen; Enzo Monaco wird dem Publikum eine Reihe von Freunden der Accademia del Peperoncino vorstellen, um zehn Uhr sollen wir uns einfinden.

Nach Paola ist die Freundesgruppe heute gefahren; das Städtchen gilt als der wichtigste Wallfahrtsort Kalabriens. San Francesco da Paola, der Gründer des Ordens der Paulaner – in Deutschland auch bekannt durch das Münchner Paulanerbräu – erblickte hier im 15. Jahrhundert das Licht der Welt. Der Patron von Kalabrien, dem einige Wunder zugeschrieben werden, wird vor allem von den italienischen Seeleuten angebetet. In der Basilika seines Klosters aus dem 15. Jahrhundert sind Reliquien des Heiligen aufbewahrt.

Der Donnerstag ist über den ganzen Abend zurückhaltend besucht; alle sprechen vom Wochenende, wo es brechend voll werde, da die Besucher auch von weiter her kommen sollen. Conrads Löffelmenü hat großen Erfolg, auch einige gestrige Besucher kehren zurück und wollen weitere Köstlichkeiten probieren, wie zum Beispiel

— Gemüsegurke mit Granatapfelkernen und roter Zwiebel
— Gehobelter Parmesankäse mit frischen grünen Feigen
— Schokoladenspeiseeis mit frischen Kaktusfeigen
— Panacotta-Speiseeis mit einem Paté von der Bella di Cerignola

Auf dem Weg zum rechten Flussufer fällt mir auf, wie oft und in welcher Variation die N’duja angeboten wird. In Diamante gibt es zahlreiche Geschäfte, die prodotti tipici anbieten, die typischen Produkte der Region, vor allem natürlich Sua maestà, den Peperoncino. Die N’duja ist eine kalabrische Spezialität, sie besteht aus Schweinefleisch und reichlich Chili und erfreut sich großer Beliebtheit. Sie stammt aus Spilinga, einem Ort im südlichen Kalabrien; heute ist sie in ganz Kalabrien verbreitet. Der Begriff Nduja leitet sich von der französischen Wurstspezialität Andouille ab. N’duja wird gern als Brotaufstrich gegessen, aber auch für Saucen verwendet.

Obwohl das Wetter zur Normalität zurückkehrt – und das heißt im Sommer in Italien: wolkenloser Himmel – sind heute abend wenige Personen unterwegs; ich bringe meiner Hostess Conrads Schokoladeneis mit Olivenöl und Peperoncino PIC 5. Kurz vor zehn machen wir uns auf den Weg zur Piazza S. Biagio, die nicht weit entfernt liegt –hinter dem geballten Altstadtkern gehst du in Richtung Seepromenade, dann in eine der kleinen Straßen nach links. Wir sehen eine mittelgroße Bühne, davor eine Reihe von Stühlen. Wir setzen uns; eine Dame spricht uns an, sagt uns, Enzo Monaco, der die  Veranstaltung moderieren sollte, könne nicht kommen. Sie sei Carla Monaco, Enzos Tochter und werde ihn vertreten.

Mit uns auf der beleuchteten Bühne sitzen zwei weitere Freunde der Accademia: der Vertreter einer Schokoladenfirma aus Perugia in Umbrien und ein römischer Journalist mit Sitz in Turin. Um es kurz zu machen: Enzos Tochter gelingt es einfach nicht, weder den Redefluß der beiden Herren entscheidend zu bremsen „Ich bin einige Male im Jahr in China und … da kann der Schokoladenverbrauch noch entscheidend gesteigert werden …“ noch die Thematik des Treffens – Freundeskreis um die Accademia del Peperoncino – entscheidend hervorzuheben.

In der Nacht gegen eins fahre ich mit den Jungs noch einmal hinunter nach Diamante; wir gehen in eine mexikanische Pizzeria, essen eine mittelmäßige Pizza und trinken Beck’s Bier dazu.

3.Tag

Es ist wunderschön auf der Terrasse unseres Hotels. Du sitzt entspannt beim Frühstück – seit heute morgen sind wir acht. Ein junges Pärchen aus Rom ist dazugekommen, der junge Mann – hieß er Giovanni? – hat den dritten Platz beim Fotowettbewerb für Diamante gewonnen und ist mit einer Reise hierher belohnt worden. An jedem Tag präsentiert sich das Meer in einem anderen Anzug – heute ist er milchigblau, die Konturen sind nicht so scharf wie gestern. Rechts liegt die Insel von Cirella – nahe am Strand und unbewohnt, nur obenauf sieht man einen Turm. „Privatbesitz, meint Antonio, der Wirt, „der Turm gehört der Marine. Kalabrien hat ja nur zwei Inseln; die weiter nördlich ist die Dinoinsel, die hat mal den Agnelli gehört.“

Wir fahren in die Stadt, Conrad zieht sich zurück, er muß noch einige Artikel für die Herbstausgabe der Auskünfte schreiben. Um eins treffen wir uns alle zum Mittagessen – das Rosanna, unsere Wirtin, immer schon beim Frühstück abfragt – oben auf der Terrasse.

Als wir kurz nach fünf hinunterfahren, sind wir alle gespannt. Wird es den angekündigten Ansturm geben? Wird es auch bei uns richtig voll? Tatsächlich, schon vor sieben Uhr, dem offiziellen Beginn, nähern sich größere Mengen von Menschen; gerade gegenüber des DeDeo-Standes gibt es einen Radiosender, der zwei große Boxen aufgestellt hat und fast den ganzen Abend lateinamerikanische Musik spielt. Später am Abend wird getanzt; manch älteren Zeitgenossen siehst du galant und rhythmisch eine junge, bunt geschmückte Schöne umwirbeln; erstaunlich, wie flexibel und agil sie sind. Auch das gegenüberliegende, von Werbetafeln geschmückte Ristorante füllt sich; in den ersten beiden Tagen war der Besuch dort sehr spärlich.

Wir bekommen Besuch: eine Tanzgruppe mit großen seidenen Flügeln, die interviewt wird; eine Rhythmusgruppe von zehn Musikanten, eine Tanzgruppe, deren Mitglieder als Riesenpeperoncino verkleidet sind. „Kuck mal, sagt Conrad, „so ähnlich sollte auch unser Pärchen aussehen – wäre Antonio nicht krank geworden –, zwei, die als Olive und Peperoncino verkleidet sind, die sich in den Arm nehmen und  küssen. Das hätte viele Leute angezogen und unserem Motto – was wir auf den Hemden tragen – entsprochen: Dalla passione di un bacio nasce un nuovo olio d’oliva! (Aus der Leidenschaft eines Kusses entsteht ein neues Olivenöl).“ Wir fotografieren, die Kostüme gefallen uns.

Kurz darauf  nähert sich eine Delegation mit dem Ministerpräsidenten Kalabriens, Giuseppe Scopelliti und seiner zirka zwanzigköpfigen Begleiterschar. Enzo Monaco führt ihn ins Fiera MondialeZelt; man verweilt vor dem Stand der französischen Basken, zieht weiter zum Stand der Tunesier, der nur durch eine Hostess vertreten ist und macht die Runde: Peru, Marocco, Thailand und Deutschland. Enzo erklärt, aber Herr Scopelliti scheint wenig interessiert; vielleicht denkt er an die beiden Prozesse, die ihm aufgrund zweier „Mißverständnisse“ im Februar und August 2012 bevorstehen. Auf der italienischen Wikipedia braucht es fast eine Seite, um seine Prozesse und die vielfältigen Verstrickungen – mit der neofaschistischen Rechten wie auch der n‘drangheta – darzustellen. Die Justiz Italiens untersucht zur Zeit auf Landesebene die Situation in Latium (Rom); später wird man sich Kampanien (Neapel) und Kalabrien (Catanzaro) vorknöpfen. Da könnte für den so selbstbewusst und fast gelangweilt daher schreitenden Herrn Scopelliti Schluss sein.

Die letzten beiden Tage sind gut besucht; wir kommen zu dem Schluss, dass drei Tage genügen würden und dass das Festival eben ein Fest ist und keine Verkaufsmesse, wie es uns Antonio aus Minervino angekündigt hatte. Die Menschen wollen sich vergnügen: man kommt, um Veranstaltungen zu erleben, um zu tanzen, um zu naschen und gemütlich zu essen. Wenig Menschen, die Tüten in der Hand tragen. Wohin das Auge reicht: keine Spur von Krise, eher das Gegenteil, nicht nur in Diamante. Auch in Apulien: es geht nicht gerade gut, Mario Monti „verschlankt“ den Sozialstaat, die Menschen sind wütend, sie protestieren, aber die Atmosphäre ist insgesamt fast heiter.

Conrad hat seine Löffelmenüküche in den letzten beiden Tagen eingepackt; er möchte auch etwas vom Festival sehen und verbringt den Abend mit den Freunden; am Sonntagabend treffen wir uns noch einmal mit ihnen; auch Franco und Nicoletta sind dabei, als wir in der Taverna del Pescatore auf der abendlichen Terrasse sitzen, das Meer nicht weit unter uns, die Meeresantipasti auf dem Teller, dazu einen guten regionalen Weißwein …

Chili-Menu-Abend in Pades Restaurant

ausgerichtet
von

Pepperpark, Posthausen

moderiert
von

Conrad Bölicke, arteFakt, Wilstedt

“Scharfes muss nicht wehtun” – Kochen mit gezieltem Einsatz von Chili ohne den albernen Aspekt “Ich kann schärfer als du!”.

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Peperoncino Menü mit Sternekoch Wolfgang Pade

Liebe Freunde der scharfen Genüsse,

es ist soweit. Die Norddeutsche Gesellschaft zur Förderung der Chilikultur geht in die “Vollen”.

Bereits im vergangenen Mai trafen sich die Gründer dieser Initiative auf dem Olivenölfest in Wilstedt (am Stadtrande Bremens) quasi zur inoffiziellen Kick-off Veranstaltung der NGFC. Der dort neu entstandene “Pepper Park” war für alle Beteiligten und Gäste ein voller Erfolg.

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Express-Einführung in die Welt der Chilis

Schon früh zur Zeit der Azteken in Süd- und Mittelamerika wurden Chilis in der Küche eingesetzt, damals wie heute in Suppen, Eintöpfen und den beliebten Mais-Tortillas. Auf Columbus  Suche nach einem  kürzeren Seeweg nach Indien fanden schließlich neben den Kartoffeln auch die Chilis den Weg nach Europa. Zunächst auf Grund seiner Schärfe noch als „Pfeffer“ bezeichnet, wurde schnell der heutige Name gefunden und eine eigene Gattung „Capsicum“ beschrieben und geschaffen.

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